Caol Ila (Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, 1969)

5. November 2020 | Von | Kategorie: Verkostungen
Single Malt Whisky Caol Ila, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, 1969

Name Caol Ila (Miniatur)
Alter Keine Angabe (destilliert 1969)
Alkohol 40 %
Abfüller Gordon & MacPhail (Connoisseurs Choice, brown label)
Lagerung Bourbonfässer
Sonstiges Nicht kühlgefiltert, kein Farbstoff
Region Islay
WB-ID 80456
Kategorie Handwerkskunst

Farbe Bernstein
Geruch Viel Zitrus und ein wenig Vanille, Metall und Rauch (= Schweißgerät?), frische Blumen (nein, keine Veilchen), Maschinenöl, mariniertes Grillfleisch, Meeresbrise, der Rauch wird trockener, Leder, Möbelpolitur, Orange, leere Zigarrenkiste, Nektarine, heller Süßwein, ausglimmendes Lagerfeuer, staubige Bibliothek und noch einmal Leder, immer noch süß-fruchtig
Geschmack Süße Frucht (Nektarine, Mango), ölig, malzig, kaum Alkohol (wirkt höchstens anregend), salziger Rauch, ein wenig schwarzer Tee, etwas pflanzliche Bitterkeit, weiterhin malzige Süße mit Salz, leicht nussig und trocken holzig
Finish Recht lang, süßes Malz, süße Frucht, Minzfrische kommt auf, wieder etwas schwarzer Tee, Spuren von dunkler Schoki, sanfte Röstaromen, bleibt herb aber nicht bitter

Aromen Frucht Getreide Süße Holz Würze Alkohol Rauch

Mein Fazit Ganz alte Schule und ganz großes Kino. Und das bei einem Füllstand irgendwo zwischen Schulter und Etikett. Ich hatte befürchtet, dass dieser Miniaturflasche das gleiche Schicksal zuteil geworden war wie dem Lochside vor Kurzem. Glücklicherweise nicht. Die Nase ist Intensität pur – jedenfalls in den ersten 20 Minuten. Danach lässt sie ein wenig nach. Aber davor… es ist manchmal erstaunlich, was alles in so eine kleine Flasche passt. Unglaublich vielschichtig, unglaublich verführerisch, unglaublich alt. Ziemlich genial. Fast wie beim Lochside bis hierhin. Der große Pluspunkt: der komplementierende Rauch in seinen vielen Facetten. Die Intensität lässt in Mund und Abgang ein wenig nach, doch der Dram bleibt variabel in seinen Aromen und behält sein Old Bottle Flavour. Das kleine Manko: das Ende wirkt für meinen Geschmack ein wenig zu herb. Darum schrammt der Dram auch knapp an einem Gottesgeschenk vorbei.

Die große Frage zum Abschluss: warum hat man aufgehört, solchen Whisky herzustellen?

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