Ein Freund von Laphroaig

Friends of LaphroaigSind Sie schon ein Freund von Laphroaig? Oder vielleicht ein Wächter von Glenlivet? Oder gar Mitglied im Komitee von Ardbeg? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit! Wir schreiben schließlich das 21. Jahrhundert und das Internet ist das Kommunikationsmedium von Gegenwart und Zukunft. Genau das scheinen in dieser Zeit auch die Destillerien zu entdecken, wenn es darum geht, neue Vertriebswege zu erschließen und den Kunden an die hauseigene Brennblase zu binden. Bisher war es jedenfalls immer so, dass die Destillerien, die mit der Zeit gegangen sind, auch überlebt haben.

Natürlich ist es für eine vernünftige Kundenbindung nicht genug, nur E-Mailadressen zu sammeln und dann und wann einen Newsletter zu verschicken. Das macht mittlerweile fast jeder – nicht nur zeitgenössische Destillerien. Man muss dem Kunden und Liebhaber einer Marke schon etwas mehr bieten als reine Informationen. Möglichkeiten zur Identifikation, der Kontakt zu Gleichgesinnten oder das Angebot besonderer Abfüllungen sind in vielen Fällen ein Mittel, dies zu erreichen. Bisher gibt es noch nicht viele Destillerien, die diesen Weg gehen, aber ich bin mir sicher, dass weitere folgen werden.

Wer aber bietet bisher ein wenig mehr?

Friends of Laphroaig
Die Freunde von Laphroaig sind die wohl älteste Versammlung von Liebhabern einer Whiskymarke. Schon 1994 wurden die ersten der heute über 500.000 Friends über Anmeldeformulare, die jeder Flasche beilagen, in diesen Club eingeladen. Und der bietet einiges. Zunächst erhält man hier nach der Registrierung – die heute selbstverständlich online über einen Code in der Flaschenverpackung abgewickelt wird – sein eigenes Stückchen Land auf der Isle of Islay, das mit einer Identifikationsnummer versehen ist und beurkundet wird. Dieser Plot ist zwar nur geliehen und nur einen ’square foot‘, also ein klitzekleines wenig mehr als 929 Quadratzentimeter groß, aber immerhin. Eine weitere nette Geste der Destillerie ist die Idee, dem Eigner dieses Plots jedes Jahr einen Dram Laphroaig als Miete auszuschenken; abholbar in der Destillerie am Südende der Insel. Bei diesem Besuch kann man auch gleich seinen Plot besuchen und mit einer Flagge abstecken. Weitere Regelungen des Clubs sind beispielsweise das Redemption Scheme, bei dem Codes aus weiteren Flaschen gegen Punkte eingetauscht werden können, die wiederum beim Kauf von Devotionalien von Laphroaig gegengerechnet werden. Dann wäre da noch das virtuelle Whiskykabinett, in dem man die Whiskys von Laphroaig ausstellen und bewerten kann, die man bisher getrunken hat. Im Bereich der Community kann man beispielsweise für Veranstaltungen Werbung machen und gleichgesinnte Freunde einladen… oder auch nur mit ihnen chatten. Darüber hinaus gibt wohltätige Versteigerungen sehr seltener Abfüllungen und den Verkauf von Abfüllungen wie die jährliche Cairdeas Edition, die normalerweise nicht in den Handel gelangen.

Ardbeg Committee
Das Ardbeg Committee wurde am 1. Januar 2000 gegründet, um – und so steht es in den Statuten – die Verbesserung der generellen Kenntnis über und das Vergnügen an Ardbeg in dem uns bekannten Universum und darüber hinaus voranzutreiben. Für die etwas mehr als 50.000 Mitglieder des Komitees wird also eine gesunde Portion Verkaufsstrategie mit ein viel Spaß an der Sache gepaart. Man gibt in den Statuten mit viel Augenzwinkern durchaus offen zum Ausdruck, dass die Mitglieder des Komitees viel Ardbeg trinken sollen, um den Fortbestand der Destillerie zu sichern. Auf der Spaß-Seite gibt es dann beispielsweise einen Ardbeg-Day, dem man auf dem Gelände der Destillerie oder bei ausgewählten Händlern bzw. weltweit arrangierten Aktion beiwohnen kann (der letzte war übrigens letzten Samstag…). Darüber hinaus werden gelegentlich spezielle ‚Committee Releases‘ vorgestellt, die sonst nicht erhältlich sind. Auf der Homepage des Komitees kann man natürlich aber auch die normalen Abfüllungen käuflich erwerben. Einmal im Jahr werden die ‚Momentous Minutes‘ an die Mitglieder des Komitees versandt, in dem auf die unvergleichlich originelle Ardbeg-Art Themen aufgegriffen werden, die mit der Destillerie, mit Whisky oder mit Islay zu tun haben. Und auch nicht zu verachten: jedes Komitee-Mitglied hat nach Paragraph 16 der Statuten das Recht, einen Dram Ardbeg beim Besuch der Heimat des Ardbeg Committees einzufordern.

Glenlivet Guardians
Die Wächter, also die Guardians von Glenlivet, sollen natürlich ebenfalls auf die Destillerie aufpassen und diese am Leben erhalten. Wer hätte da was anderes erwartet. Für Glenlivet Guardians werden selbstverständlich auch seltene Abfüllungen angeboten, die es nirgendwo anders gibt. Darüber hinaus kann man sich vor einem Besuch der Destillerie einen Platz in der Bibliothek des Hauses buchen, um einen Dram in wirklich stilechter Atmosphäre genießen zu können. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann sich an drei Tagen in der Whisky School weiterbilden lassen. Der Dram Room gibt Guardians die Möglichkeit, Eindrücke ihrer Verkostungen festzuhalten und mit anderen Guardians zu teilen. Eine weitere Möglichkeit, sich mit der Gemeinschaft auszutauschen, ist der Blog, in dem man seine Geschichte von Glenlivet zum Besten geben kann. Wer sich als Guardian besonders verdient gemacht hat – also entweder andere Guardians geworben hat oder auch im Blog sehr aktiv war – kann seinen Status zu einem Ambassador, einem Botschafter von Glenlivet verbessern. Mit diesem Titel folgt ein Schlüssel zum Ambassador Cabinet, in dem eine Reihe weiterer interessanter Angebote warten.

Friends of Classic Malts
Diese Freundevereinigung steht nicht nur für einen einzelnen Whisky, sondern für Whiskys der Diageo-Gruppe. Hierunter fallen unter anderem bekannte Namen wie Caol Ila, Cardhu, Clynelish, Cragganmore, Dalwhinnie, Glenkinchie, Knockando, Lagavulin, Oban, Talisker oder Singleton. In diesem Club steht aber weniger die Community im Vordergrund als die Information des Kunden über die Destillerien und die Abfüllungen Diageo’s. Hier kann man bei Bedarf auch eine indivuelle Geschmackslandkarte der vielen Single Malts von Diageo erstellen oder sich über Veranstaltungen informieren. Interessant ist das Archiv der Whisky-Magazins ‚The Quaich‘, in dem man sich als Mitglied alle alten Ausgaben herunterladen kann. Insgesamt geht der Identifikationsgehalt dieses Clubs für mich jedoch gegen Null, jedenfalls wenn ich ihn mit denen von Ardbeg oder Laphroaig vergleiche.

Isle of Jura – Become a Duirach
‚Duirach‘ ist das gälische Wort für die Einwohner der Insel Jura. In dem Club der Destillerie von Isle of Jura sind also alle so sehr willkommen, dass die 200 ursprünglichen Einwohner der Insel die Clubmitglieder als deren Gleiche titulieren und selten ohne das Angebot eines guten Drams von der Insel wieder ziehen lassen. Diesen Dram gibt es für alle Diurachs einmal im Monat im Jura Pub. Für einen neuen Duirach gibt es ein Zertifikat, eine eindeutige Mitgliedsnummer und das Erlebnis, ein echter Diurach zu sein. Auf der Homepage werden den Duirachs dann klassische und spezielle Abfüllungen von Jura angeboten. In der realen Bibliothek der Destillerie können ebenfalls reale Drams genossen werden. Für die Mitglieder des Duirach-Clubs gibt es diverse Wettbewerbe, bei denen beispielsweise ein einwöchiger Aufenthalt in der Duirach-Lodge (mit etlichen Extras) oder ein Fass mit Jura-Whisky ausgelobt wurden.

2 Gedanken zu “Ein Freund von Laphroaig”

  1. susanne opitz

    I like Laphroaig Quater Cask

  2. susanne opitz

    8 minutes before 2017 it`s a really good time for Quarter Cask

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