Geschichte(n)

Whiskyreise – Teil 6: Bowmore, Ardbeg

Jun 11th, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Dieser Tag sollte vom Papier her der härteste für Kai und mich werden. Bowmore hatte seinen Open Day und wir hatten dort zwei Tastings gebucht, das erste davon schon um 9.30 Uhr. Für den Abend hatte Michael eine private Führung bei Ardbeg für unsere Reisegruppe arrangiert. Mit Jackie Thomson, der Chefin vom Visitor Center bei Ardbeg. Ein kleines Highlight bei unserem Besuch des Feis Ile. Aber dazu später mehr.

Es sollte aber auch der Tag des schlechten Gewissens für mich sein, vergnügte ich mich doch mit Kai in schottischen Brennereien, anstatt meinen Hochzeitstag zusammen mit meiner (sehr verständnisvollen) Frau zu feiern.



Whiskyreise – Teil 5: Laphroaig, Lagavulin, Ardbeg

Jun 9th, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Unser Plan für diesen Tag war nicht ohne. Wir wollten von Port Ellen raus zum Kildalton Cross, um neben den kulinarischen Spezialitäten von Islay auch etwas von der Kultur und der Natur der Insel zu erleben. Irgendwas um die 26 km. Zu Fuß. Völlig stressfrei. Und unser Plan war so gut. Zu Beginn sollte es einen Abstecher nach Lagavulin oder Ardbeg geben, um frisches Proviant in Flüssigform einzuladen. Bei Lagavulin mussten wir sowieso reinschauen, weil wir ja das Ambassador-Tasting um 11 Uhr gebucht hatten. Dann wären wir gemütlich raus nach Kildalton und falls wir auf dem Rückweg geschwächelt hätten, wäre uns der letzte Teil des Rückweges mit dem Bus von Ardbeg leichter gefallen. Leider, leider, leider machte uns das Unglück mit dem Stuhl am Vorabend und mein Schienenbein an diesem Morgen einen dicken Strich durch die Rechnung. So eine Tour war an diesem Tag einfach nicht drin.



Whiskyreise – Teil 4: Islay, die Anreise

Jun 8th, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Die erste Nacht auf der “Flying Dutchman” verlief mehr als erfreulich. Ich hatte meine Bedenken, auf einem Schiff keine Ruhe finden zu können, aber das war Gott sei Dank nicht der Fall. Möglicherweise haben mir die diversen Drams des Vorabends die nötige Bettschwere verliehen, möglicherweise ist eine Nacht auf einem Schiff doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Ich weiß es nicht. Nur der unbarmherzige Weckruf kam etwas früh. Jan, der Schiffskoch, hatte seine Kabine direkt neben unserer und er hat nicht unbedingt versucht, sein Aufstehen zu nachtschlafender Stunde vor uns geheim zu halten. Zudem liefen Generator und Schiffsmotor irgendwann an, so dass an Schlaf nicht zu denken war. Naja, 6 Uhr war zwar früh, aber auf der Überfahrt nach Islay gab es bestimmt ein paar Minuten der Ruhe, in denen ich etwas Schlaf nachholen konnte.



Whiskyreise – Teil 3: Tarbert, das Schiff

Jun 6th, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Der Sonntag begann genauso wie der Samstag für uns. Ein gediegenes schottisches Frühstück zum Start und über das Mittagessen mussten wir uns an diesem Tag keine weiteren Gedanken machen. Nachdem wir alle alkoholtechnisch relevanten Sehenswürdigkeiten von Campbeltown schon am Vortag besucht hatten, war der Vormittag bis zur Busfahrt zum Schiff in Tarbert für einen kleinen Stadtrundgang reserviert. Vom B&B aus ging es zuerst den Low Askomill Walk raus in Richtung Davaar Island. Eine schöne, kurze Route für einen Spaziergang bei schönem Wetter, vorbei an sehenswerten Herrenhäusern und dem Craigard House, das wir uns gut als Hotel für unseren nächsten Besuch in Campbeltown vorstellen konnten. Zurück in Campbeltown ging es die Main Street rauf zum Sheriffs Office und über ein paar Seitenstraßen wieder runter zum Hafen. Nach einer kurzen entspannenden Pause auf einer Parkbank im Sonnenschein haben wir uns etwas Geld gekauft, um das B&B bezahlen zu können. Die freundliche Landlady hat uns noch viel Spaß beim Feis Ile gewünscht und wir machten uns auf zur Bushaltestelle.



Whiskyreise – Teil 2: Campbeltown, die Brennereien

Jun 4th, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Tag 2, Campbeltown

Die Nacht nach der unfreiwilligen Kleidungswäsche des Vorabends verlief sehr entspannt. Der Tag begann wie erwartet mit freundlichem Sonnenschein und wir waren bester Laune, wenn auch etwas hungrig. Das Frühstück war für 8.30 Uhr bestellt, ein “full Scottish breakfast”, wie es sich gehört. Auf einer Kommode neben dem Frühstückstisch standen zwei Flaschen Springbank, die allerdings leer waren, wie wir erfahren mussten. So ganz so “full” war das schottische Frühstück dann also doch nicht, aber die nicht-flüssigen Nahrungsbestandteile waren ein vollwertiger Ersatz um diese Uhrzeit.



Whiskyreise – Teil 1: Campbeltown, die Anreise

Jun 2nd, 2016 | By
Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Whiskyreise… ja, das muss man bei dem gewählten Fokus wohl so nennen. 10 Tage völlige Entschleunigung, Spaß und größtenteils auch einmaliger Genuss. Erst Campbeltown, dann Isle of Islay zum diesjährigen Feis Ile und zuletzt noch ein Pit Stop in Glasgow. Das klingt nach vollem Programm, war aber sehr interessant und unterhaltsam. Und eben auch (fast) völlig stressfrei. Da wir, das sind mein alter Freund Kai und ich, auf der Reise einiges erlebt haben (an das ich mich auch noch erinnern kann), werde ich meine Erinnerungen in mehreren Posts unterbringen müssen. Den chronologischen Anfang macht also der Abstecher nach Campbeltown.



Islay Online

Sep 24th, 2015 | By
Islay Bowmore Harbour

Islay ist für mich das heimliche Herz des schottischen Whiskys. Die Speyside, der dieses Attribut für viele zuteil wird, ist – wenn ich hier einen guten Freund zitieren darf – eher wie das Sauerland, nur mit einer höheren Brennereidichte. Islay ist ein Kleinod, charmant, natürlich, gastfreundlich, man grüßt sich auf den (wenigen) Straßen der Insel. Man muss Islay einfach live erleben. Doch bin ich in den letzten Tagen auf ein paar Internetseiten gestoßen, die Islay auch sehr schön online beschreiben. Das ist ein guter Einstieg für alle diejenigen, die den Weg zu den inneren Hebriden und den 8 Brennereien auf Islay noch nicht gefunden haben.



Der Gesundheit zuliebe…

Aug 4th, 2015 | By
Hand zeigt Schild mit Stop Alkohol

‘Slàinte mhath’ sagt man als Trinkspruch auf Gälisch, was übersetzt so viel heißt wie ‘Gute Gesundheit’. Das deutsche Pendant ‘Prost’ bzw. ‘Prosit’ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‘Es sei zuträglich’. Beides sind ausgesprochen brauchbare Wünsche, wenn es um den Konsum von Alkohol geht. Sie gehen nur in verschiedene Richtungen. Der gälische Ausdruck bringt es jedoch ziemlich gut auf den Punkt: Alkohol hat etwas mit Gesundheit zu tun. Denn der Gesundheit zuliebe…



Excisemen und Schwarzbrenner

Feb 12th, 2015 | By
Illegaler Brenner mit Brennblase Still

Es ist wohl korrekt zu sagen, dass Excisemen – also Steuereintreiber – in Schottland vor 200 Jahren die meist verhassten Personen waren. Schon Robert Burns, damals selber noch als solcher im Namen der Krone aktiv, verlangte in seinem Gedicht ‘Deil’s Awa Wi the Exciseman’, dass der Teufel mit diesen aus der Stadt tanzen sollte. Die Excisemen sind heute jedoch ein integraler Bestandteil der schottischen Whiskygeschichte und des Landes selber. Quer durch Schottland spielten sie Katz und Maus, zunächst mit illegalen Brennereien und Schmugglern, später mit Brennereiarbeitern, die sich immer wieder etwas Neues einfallen ließen, um die Excisemen zu überlisten und einen ‘wee dram’ des von ihnen produzierten Malts aus den Brennereien zu schmuggeln.



Mr. Glenfiddich

Dec 30th, 2014 | By
Mr Glenfiddich

Wer ist Mr. Glenfiddich? Ist es ein Mitglied der Familie Grant, dessen Vorfahren die schottische Brennerei Glenfiddich im Herzen der Speyside schon 1887 gegründet und über viele Generationen hinweg mehr als erfolgreich leiten? Nein, für mich nicht mehr. Nicht, seitdem ich kurz vor Weihnachten die Sammlung von Glenfiddichs gesehen habe, die Hans-Henrik Hansen in den letzten knapp 15 Jahren zusammen getragen hat. 540 Flaschen, plus minus, exklusive knapp 140 Miniaturen, verteilt auf mehrere Räume. Dort stehen diverse Ausgaben von Standardabfüllung, die im Laufe der Jahre auf den unterschiedlichsten nationalen Märkte verkauft wurden, genauso wie Sonderabfüllungen wie der Glenfiddich 50yo. Das war einfach faszinierend. Nicht nur wegen der Masse, sondern insbesondere wegen der Klasse.