Die 6 Zutaten für guten Whisky

6 Zutaten? Aber es sind doch nur 3… Gerste, Wasser und Hefe. Sonst kommt ja nichts in einen guten (schottischen) Malt Whisky rein. Oder sieht der einfach nur doppelt?

Das sind, zugegeben, berechtigte Fragen. Und nein, ich sehe nicht doppelt. Ich möchte nur die klassische Zutatenliste für Whisky ein wenig erweitern und wenigstens 3 Ingredienzen hinzufügen. Unerlässliche, wie ich meine. Genauso wie hoffentlich auch der geneigte Leser es nach dem Lesen meiner Worte meinen wird.

Malt Whisky herzustellen ist ja im Grunde ziemlich einfach. Gerste wird zu Malz, Malz wird gemahlen und eingeweicht, Hefe dazu, ein paar Mal destillieren und reifen lassen. Gerste, Wasser, Hefe… Whisky fertig.

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Die Reifeprüfung, Teil 2

Tullibardine Whisky New Make Destillat Reifung

Zunächst mein Dank und meine Entschuldigung an Michael, der das Experiment zur Reifeprüfung jetzt fast 3 Jahre lang durchgezogen hat. Die Entschuldigung ist dafür, dass ich erst jetzt „die Reife prüfe“. Ich hatte den Sommer über bei knapp 30°C im Haus einfach keine Lust, Whisky gebührend seiner Bestimmung zuzuführen. Mir war die letzten Monate eher nach einem kühlen Bier auf der Terrasse. Jetzt wird es aber auch wieder mehr Tasting-Notes und der eine oder andere längere Whisky-Post kommen.

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Die Reifeprüfung

Tullibardine Whisky New Make Destillat Reifung

Reifung von Whisky ist ja immer so eine Sache für sich. Nach internationalen Regeln muss ein Destillat mindestens 3 Jahre in Eichenholzfässern reifen (müssen es eigentlich Fässer sein?), bevor es sich Whisky nennen darf. In dieser Reifeprüfung geht es daher nicht um einen Whisky. Es geht auch nicht um ein Destillat, das in Eichenholz gelagert wurde. Ganz im Gegenteil, das Holz war im Whisky. Wie aber reift so ein Whisky? Ich habe eine Reifeprüfung gemacht.

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Whiskyreise – Teil 4: Islay, die Anreise

Schottlands Landkarte in Nationalfarben

Die erste Nacht auf der „Flying Dutchman“ verlief mehr als erfreulich. Ich hatte meine Bedenken, auf einem Schiff keine Ruhe finden zu können, aber das war Gott sei Dank nicht der Fall. Möglicherweise haben mir die diversen Drams des Vorabends die nötige Bettschwere verliehen, möglicherweise ist eine Nacht auf einem Schiff doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Ich weiß es nicht. Nur der unbarmherzige Weckruf kam etwas früh. Jan, der Schiffskoch, hatte seine Kabine direkt neben unserer und er hat nicht unbedingt versucht, sein Aufstehen zu nachtschlafender Stunde vor uns geheim zu halten. Zudem liefen Generator und Schiffsmotor irgendwann an, so dass an Schlaf nicht zu denken war. Naja, 6 Uhr war zwar früh, aber auf der Überfahrt nach Islay gab es bestimmt ein paar Minuten der Ruhe, in denen ich etwas Schlaf nachholen konnte.

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Anam na h-Alba – die Seele Schottlands

Anam na h Alba

Wer weiß, was oder wer ‚Anam na h-Alba‘ ist? Kurze Aufklärung: Es ist die gälische Übersetzung des Begriffs ‚die Seele Schottlands‘ und der Name eines unabhängigen deutschen Abfüllers von Malt Whisky aus Schottland und Irland. In den letzten Tagen machten immer wieder Neuigkeiten über Anam na h-Alba die Runde, die nicht nur für Anam na h-Alba sondern auch für Whiskyliebhaber einige erfreuliche Veränderungen mit sich bringen werden. Genau die richtige Zeit also, Thomas Skowronek (rechts im Bild) ein wenig über seine Vergangenheit und die Zukunft von Anam na h-Alba zu befragen…

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Excisemen und Schwarzbrenner

Illegaler Brenner mit Brennblase Still

Es ist wohl korrekt zu sagen, dass Excisemen – also Steuereintreiber – in Schottland vor 200 Jahren die meist verhassten Personen waren. Schon Robert Burns, damals selber noch als solcher im Namen der Krone aktiv, verlangte in seinem Gedicht ‚Deil’s Awa Wi the Exciseman‘, dass der Teufel mit diesen aus der Stadt tanzen sollte. Die Excisemen sind heute jedoch ein integraler Bestandteil der schottischen Whiskygeschichte und des Landes selber. Quer durch Schottland spielten sie Katz und Maus, zunächst mit illegalen Brennereien und Schmugglern, später mit Brennereiarbeitern, die sich immer wieder etwas Neues einfallen ließen, um die Excisemen zu überlisten und einen ‚wee dram‘ des von ihnen produzierten Malts aus den Brennereien zu schmuggeln.

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Caperdonich – das hässliche Entlein

Caperdonich Cask 7425 von 1972

Ja, ich gebe es zu. Ich trinke nicht nur Single Malts, ich sammle auch ein paar Besondere. Speziell die meiner Lieblingsbrennerei Caperdonich. Warum gerade Caperdonich? Am unbestreitbar fehlenden Flair dieses seit 2010 dem Erdboden gleich gemachten hässlichen Entleins liegt es sicher nicht. Auch der Ursprung von Caperdonich und ihre Geschichte sprechen nicht unbedingt dafür, ebenso wenig wie das Ende. Doch mir ist nicht unbedingt die Herkunft meines Glasinhaltes wichtig, mir geht um dessen Geschmack. Und hier hat diese Speyside-Brennerei einiges zu bieten. Wenn ich kurz auf das „Warum“ antworten will, sage ich meist: Weil man nie genau weiß, was in der Flasche wirklich drin ist… wenn man nicht vorher schon probiert oder Tastingnotes gelesen hat. Naja, ich habe noch andere Ausreden Gründe. Vieles scheint möglich, und ich habe bisher noch nicht einmal die Spitze des Eisberges probiert.

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Bladnoch ist verkauft

Bladnoch Flora and Fauna

Seit Jahren wissen wir schon von der Uneinigkeit der Brüder Armstrong und den beiden anderen Anteilseignern über die Zukunft der Bladnoch-Brennerei. Verkaufen oder weitermachen? Zuletzt stand die beliebte Brennerei der Lowlands sogar einige Jahre still und produzierte gar keinen Whisky. Seit einigen Monaten wissen wir auch vom leidigen Vorgang der Liquidierung, da sich die beiden Seiten – allen voran offenbar die Brüder Raymond und Colin Armstrong – nicht einigen konnten. Doch nun scheint es so, als habe sich nicht nur ein potentieller Käufer gefunden – Interessenten gab wohl einige – sondern dass die Verhandlungen über den Verkauf auch zu einer Einigung gekommen sind. Die Zeiten der volksnahen Brennerei im Süden Schottlands scheinen sich demnach allerdings etwas geändert zu haben.

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Torabhaig – a Gaelic whisky

Torabhaig Distillery Gaelic Whisky Skye

Auf der schottischen Insel Skye sind Whiskybrennereien stark unterrepräsentiert. Das soll sich durch die Errichtung der Torabhaig Distillery nun aber ändern. Die bisher einzige Brennerei auf der Isle of Skye, Talisker, bekommt also einen Nachbarn. Am Sound of Sleat im Südosten der Insel soll der erste Destillerieneubau seit dem Jahr 1831 auf der Cnoc Farm mit Blick über die Cnoc Bay entstehen. Die landschaftlich unglaublich schöne, aber etwas abgelegene Isle of Skye würde durch eine zweite Brennerei sicherlich auch für Touristen weiter an Attraktivität gewinnen.

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Whisky statt Grappa bei Puni

Puni Destillerie Glurns Whisky Kubus

Puni ist der Name der ersten Destillerie in Italien, die Single Malt Whisky brennt. Benannt ist sie nach dem gleichnamigen Fluss im nahe gelegenen Planeiltal. Vor wenigen Tagen wurden die Tore des recht ungewöhnlich gestalteten Brennereigebäudes in einem Gewerbegebiet der Gemeinde Glurns für die Öffentlichkeit geöffnet. Dabei konnte man bereits einen New Make und ein für 6 Monate in frisch entleerten Marsala Vergine Fässern gelagertes Destillat verkosten. 2015 erwartet man, den ersten ‚echten‘ Whisky aus Italien nach dreijähriger Reifungszeit auf den Markt bringen zu können.

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