Die 6 Zutaten für guten Whisky

6 Zutaten? Aber es sind doch nur 3… Gerste, Wasser und Hefe. Sonst kommt ja nichts in einen guten (schottischen) Malt Whisky rein. Oder sieht der einfach nur doppelt?

Das sind, zugegeben, berechtigte Fragen. Und nein, ich sehe nicht doppelt. Ich möchte nur die klassische Zutatenliste für Whisky ein wenig erweitern und wenigstens 3 Ingredienzen hinzufügen. Unerlässliche, wie ich meine. Genauso wie hoffentlich auch der geneigte Leser es nach dem Lesen meiner Worte meinen wird.

Malt Whisky herzustellen ist ja im Grunde ziemlich einfach. Gerste wird zu Malz, Malz wird gemahlen und eingeweicht, Hefe dazu, ein paar Mal destillieren und reifen lassen. Gerste, Wasser, Hefe… Whisky fertig.

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Stein auf Stein

Stein's Kennetpans Distillery

Kennetpans. Dieser Begriff wird sogar vielen von denen, die sich eingehender mit Whisky beschäftigen, nicht viel sagen. Dennoch bedeutet die Kennetpans Distillery, nahe des Städtchens Alloa in den Lowlands am Firth of Forth zwischen Sterling und Dunfermline gelegen, sehr viel für die Produktion von Whisky, wie wir sie heute kennen. Hier wurde unter der Stein-Dynastie zum ersten Mal Whisky in industriellem Stil destilliert. Und die Stein’s konnten nicht nur diese Errungenschaft in ihr Ahnenalbum schreiben. Auf die Initiativen dieser Familie gehen etliche andere Brennereigründungen zurück, genauso wie die Erfindung der Patent Still oder der erste kommerziell organisierte Export von schottischem Whisky. Heute ist die Brennerei eine Ruine – und sie ist ein Stück Whiskygeschichte.

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Der Stil des Hauses

Springbank Longrow Hazelburn

Lange habe ich darüber nachgedacht, was ich zu diesem Thema schreiben könnte. Der Stil einer Destillerie… was ist das? Wie kann man diesen definieren? Wie beschreibt man sowas? Gibt es überhaupt einen Stil des Hauses, ein Geschmacksprofil? Ändert er sich mit der Zeit? Kann man ihn eventuell auch an der Region festmachen, in der eine Brennerei liegt? Wodurch wird dieser ‚Brennereicharakter‘ beeinflusst? Fragen über Fragen. Und natürlich Antworten.

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Excisemen und Schwarzbrenner

Illegaler Brenner mit Brennblase Still

Es ist wohl korrekt zu sagen, dass Excisemen – also Steuereintreiber – in Schottland vor 200 Jahren die meist verhassten Personen waren. Schon Robert Burns, damals selber noch als solcher im Namen der Krone aktiv, verlangte in seinem Gedicht ‚Deil’s Awa Wi the Exciseman‘, dass der Teufel mit diesen aus der Stadt tanzen sollte. Die Excisemen sind heute jedoch ein integraler Bestandteil der schottischen Whiskygeschichte und des Landes selber. Quer durch Schottland spielten sie Katz und Maus, zunächst mit illegalen Brennereien und Schmugglern, später mit Brennereiarbeitern, die sich immer wieder etwas Neues einfallen ließen, um die Excisemen zu überlisten und einen ‚wee dram‘ des von ihnen produzierten Malts aus den Brennereien zu schmuggeln.

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Whiskywelten: Australien

fahne landkarte australien

Denkt man an ‚Down Under‚, also an Australien und meinetwegen auch noch an Neuseeland, so kommen einem Kängurus und Kiwis, Wüste, wunderschöne Landschaften und Waldbrände, Aborigines, Rugby und dummerweise auch Fosters in den Sinn. Mir zusätzlich noch eine dänische Kronprinzessin. Aber Whisky? Wohl eher weniger. Doch gibt es etliche Destillerien auf der anderen Seite der Erde, die Whisky produzieren – dazu noch einige sehr gute. Zu nennen sind hier sicher Lark, Sullivan’s Cove und Bakery Hill. Und es gibt ein paar, die zur Zeit noch an ihrem ersten echten Single Malt Whisky arbeiten. Australien ist also doch eine (kleine) Whiskywelt.

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Strathearn Distillery

Logo Strathearn Distillery

Die gute Nachricht: Die Grafschaft Perthshire bekommt nach Glenturret, Blair Athol, Edradour, Aberfeldy und Tullibardine eine weitere Whiskybrennerei – die Strathearn Distillery. Ein paar Meilen westlich des Ortes Methven an der A85 zwischen Perth und Crieff steht sie. Die letzte Brennerei in der nahen Umgebung von Methven wurde 1798 eröffnet. Die schlechte Nachricht: Man hat erst am 22. August 2013 die Lizenz zum Brennen erhalten. Interessierte Käufer müssen sich also noch mehr als 3 Jahre gedulden, bis sie von dort den ersten Single Malt Whisky in Händen halten und in Nase und Mund genießen können.

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Johnnie Walker Houses

Johnnie Walker House China, Bild: Johnnie Walker

Johnnie Walker ist nicht nur eine weltbekannte Whiskymarke, nein, Johnnie Walker verdingt sich aus eben diesem Grund seit ein paar Monaten in China auch als Bauherr (quasi-)öffentlicher Gebäude. Apple und andere Marken würden diese Gebäude eher ‚Flagshipstore‘ nennen, bei Johnnie Walker ist das ganz bescheiden ein Johnnie Walker House. Von diesen gibt es mittlerweile 2 in China – und damit auch außerhalb Schottlands. Wobei das Attribut ‚Bescheidenheit‘ auch nur mit dem Namen in Verbindung gebracht werden sollte. Die Entscheidung, diese Luxushäuser im Whiskymarkt der Zukunft zu bauen und zu eröffnen, ist sicherlich nicht zufällig gefallen.

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The Lakes Distillery

Lakes Distillery Schild

Die erste legale Whiskydestillerie in Cumbria – das haben sich Cumbria Distillers auf die Fahnen geschrieben. Whisky wurde in der Gegend zwar schon vor Jahrhunderten gebrannt, aber immer nur illegal. Im Lake District soll Mitte des kommenden Jahres offiziell die Lakes Distillery ihre Arbeit aufnehmen und damit eine Jahrhunderte alte Tradition weiterführen. Gründer und Geschäftsführer wird Paul Currie, der mit seinem Vater 1995 die heute recht erfolgreich arbeitende, einzige Whiskybrennerei auf der Isle of Arran gegründet hat. Die Destillerie im Lake District soll aber nicht nur Whisky brennen, sondern zunächst Umsatz durch den Verkauf von Gin mit dem Namen ‚Jenupus‘ generieren, der aus heimischen Wacholder produziert wird.

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Whisky statt Grappa bei Puni

Puni Destillerie Glurns Whisky Kubus

Puni ist der Name der ersten Destillerie in Italien, die Single Malt Whisky brennt. Benannt ist sie nach dem gleichnamigen Fluss im nahe gelegenen Planeiltal. Vor wenigen Tagen wurden die Tore des recht ungewöhnlich gestalteten Brennereigebäudes in einem Gewerbegebiet der Gemeinde Glurns für die Öffentlichkeit geöffnet. Dabei konnte man bereits einen New Make und ein für 6 Monate in frisch entleerten Marsala Vergine Fässern gelagertes Destillat verkosten. 2015 erwartet man, den ersten ‚echten‘ Whisky aus Italien nach dreijähriger Reifungszeit auf den Markt bringen zu können.

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Unabhängige Brennereien

Als eine der wenigen noch unabhängigen Single Malt Destillerien in Schottland wurde vor kurzem für die Rekordsumme von 58 Millionen Britischen Pfund Bruichladdich an den französischen Spirituosenkonzern Remy Cointreau verkauft. Gut, Remy Cointreau befindet sich noch unter Kontrolle der Gründerfamilie, aber dennoch kann man bei dem professionell ausgerichteten Portfolio der Firma nicht davon ausgehen, dass Bruichladdich die unternehmerische Unabhängigkeit behält, für die man sich bisher so stark gemacht hatte. Wenn solch eine Brennerei sich also der reinen Marktwirtschaft verschreibt, ist es doch höchste Zeit, mal ein Auge auf die restlichen unabhängigen Single Malt Destillerien zu werfen. Doch wann ist eine Destillerie unabhängig?

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